Der Artikel „Vom Salzmarsch zum liberalen Portugal: Faro geopolitisch (I)", verfasst von Virgílio Machado, Professor an der Universität Algarve und Autor der Bücher „Reise ins Königreich Algarve" und „Geopolitisches Portugal", stellt Faro als exemplarisches Fallbeispiel in der Hydropolitik vor, der Wissenschaft, die die Beziehungen zwischen Wasser, Macht und Gesellschaft untersucht. Der Artikel ist eine Widmung zum Gedenken an die Gemeinschaft von Faro, die die Verbindung zum Wasser – seine Kontrolle, Bewegung, Speicherung und Symbolik – in ein zentrales Element ihrer historischen Identität verwandelte.
Die Geschichte von Faro reicht bis zu den Phöniziern zurück, die in der Vorgängersiedlung Ossonoba Handelsniederlassungen gründeten und die Salzmarsche zur Salz- und Fischkonservierung nutzten. Der zentrale Hafen der Stadt wird als Ausdruck der menschlichen Kontrolle über das Wasser beschrieben, verbunden mit dem Meer durch eine Lagune. Im Jahr 1540 erhob König Johann III. Faro zur Stadt im Kontext des kommunalen Foral-Systems. Im Stadtzentrum drücken die neomaurische Architektur der Bank von Portugal und die neomanuelinische der Caixa Geral de Depósitos eine mit Macht verbundene Erneuerung aus, mit Farben, die an die portugiesischen Waffen im Stadtwappen erinnern.
Faro wurde als loyale Stadt der liberalen Sache beschrieben, die das Konzept des Eigentums als Ware einführte, frei von feudalen Lasten. Der Liberalismus beendete die militärische Regierung des Königreichs Algarve und ersetzte sie durch eine Zivilregierung mit Sitz in Faro, das zur Hauptstadt des dem Wahlkreis Beja angegliederten Distrikts wurde. Die Stadt beherbergte Einrichtungen der liberalen Macht und fungierte als strategisches Zentrum für den Kampf gegen die absolutistischen Guerillas, wobei sie von einem landwirtschaftlichen Hinterland mit Obst, Gemüse und Trockenfrüchten profitierte.
Der Artikel erwähnt auch die Plünderung von Faro durch den Grafen von Essex im Jahr 1596 während der Zeit der Iberischen Union als Beispiel für das Leid Portugals angesichts der Interessen kontinentaler




