Die Kommunistische Partei Portugals hat für Donnerstag, den 17. September, einen landesweiten Protesttag gegen die steigenden Lebenshaltungskosten angesetzt und fordert eine allgemeine Erhöhung der Löhne und Renten sowie die Festsetzung und Kontrolle der Preise für lebensnotwendige Güter. Die Entscheidung der Kommunisten erfolgt als direkte Reaktion auf die zunehmende Belastung der Familien, ausgelöst durch den Anstieg der Kraftstoffpreise und die erneute Erhöhung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank. Die Initiative sieht Versammlungen, Demonstrationen und Aktionen des direkten Kontakts mit Arbeitnehmern und Bevölkerung an verschiedenen Orten im Land vor, einschließlich einer Straßenaktion am frühen Morgen am Cais do Sodré in Lissabon.
Die Ankündigung der Mobilisierungen erfolgte von der nationalen Parteizentrale in Lissabon aus, wo die kommunistische Führung die Auswirkungen der internationalen makroökonomischen Entscheidungen und die vom Staatsoval ergriffenen Maßnahmen bewertete. Der Auslöser für dieses neue Protestpaket war die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, den Referenzzinssatz um 0,25 Prozentpunkte anzuheben und auf 2,5 Prozent zu erhöhen – die zweite Steigerung im laufenden Kalenderjahr. Für die Parteistruktur stellt die Entscheidung aus Frankfurt eine „doppelte Bestrafung" der portugiesischen Familien dar, verstärkt durch die Verbreitung von Wohnungsbaudarlehensverträgen mit variablem Zinssatz.
In einer von der kommunistischen Delegation im Europäischen Parlament in Brüssel herausgegebenen Erklärung forderte die Partei eine Dringlichkeitsdebatte in der Plenarsitzung in Straßburg über das Verhalten der europäischen Währungsbehörde und sprach sich für die Nutzung der finanziellen Spielräume des Bankensektors zur Unterstützung verschuldeter Familien aus. Die Kommunisten beklagen, dass die zusätzliche Belastung durch Bankdarlehen Ressourcen aus der produktiven Wirtschaft direkt in die Gewinne des Bankensektors umlenkt.
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