Der Artikel von Maria João Neves, Doktorin der zeitgenössischen Philosophie und Vizepräsidentin des BlueZC Institute, behandelt, wie die stoische Philosophie helfen kann, mit der Angst angesichts weltweiter bewaffneter Konflikte umzugehen. Die Autorin präsentiert alarmierende Daten: Der Krieg in der Ukraine hat bereits eine halbe Million Todesopfer überschritten, gefolgt vom Sudan, Palästina, Myanmar und Syrien, und im Gazastreifen sind seit Oktober 2023 mehr als 73.400 Palästinenser gestorben, darunter mehr als 21.500 Kinder.
Angesichts dieser Fakten greift Neves auf den Stoizismus zurück, um praktische Antworten zu bieten. Die stoische Philosophie schlägt das Prinzip der Sympatheia vor, das die Verbundenheit aller Menschen in einer universellen Gemeinschaft vertritt, und Epiktets Kontrolldichotomie, die lehrt, zwischen dem zu unterscheiden, was von uns abhängt und was nicht. Mark Aurel, der seine Meditationen während der Markomannenkriege schrieb, verwandelte das Bewusstsein des Todes in einen Anreiz, besser zu leben.
Die Autorin schlägt vor, den Stoizismus durch vier Schritte in die Praxis umzusetzen: Informationen filtern, ohne Leid ununterbrochen zu konsumieren, Fakten von emotionalen Urteilen unterscheiden, Angst in konkrete Handlungen wie Spenden oder Freiwilligenarbeit umwandeln und die Vergänglichkeit der Welt durch das Konzept des Amor Fati akzeptieren. Neves teilt auch das Beispiel einer ukrainischen Frau, die auf die Frage nach ihren Fähigkeiten einfach antwortete: "Sagen Sie mir, was Sie brauchen. In zwei Tagen lerne und mache ich es."
Der Artikel behandelt auch die "Angst der Asymmetrie" — die Schuld, in Frieden zu leben, während andere leiden — und schlägt vor, dass diese in eine moralische Pflicht umgewandelt werden sollte, wobei die lähmende Schuld in tugendhaftes Handeln verwandelt wird. Neves schließt, dass wir, obwohl wir Kriege nicht verhindern oder alle Opfer retten können, wählen können, nicht gleichgültig zu sein, jemandem zu helfen, aufzunehmen, zu spenden und uns um unsere Gemeinschaft zu kümmern, indem wir den Frieden, den wir haben, in eine zusätzliche Verantwortung verwandeln.




