Die Ausschreibungsbedingungen für die Privatisierung von 44,9% der TAP sehen die Möglichkeit vor, dass der portugiesische Staat Aktien der kaufenden Gruppe als teilweise oder vollständige Gegenleistung für den Verkauf erhält. Laut Jornal Económico erwägt nur Air France-KLM diese Option in ihrem bindenden Angebot, während die Lufthansa diese Alternative nicht einbezieht. Air France-KLM lehnte es ab, die finanziellen Details des Angebots zu kommentieren und hält sie vertraulich.
Die Regierung wird nun bilateral mit den beiden Bewerbern, Air France-KLM und Lufthansa, verhandeln, mit dem Ziel, verbesserte Angebote zu erhalten. Der Minister für Präsidialangelegenheiten, António Leitão Amaro, erklärte, dass die Angebote so nah beieinander liegen, dass ein Verhandlungszeitraum von mehreren Wochen mit beiden Konkurrenten gerechtfertigt sei, um die Möglichkeiten für den portugiesischen Staat zu maximieren. Die Verhandlungen laufen bis Ende September, woraufhin neue überarbeitete Angebote und ein neuer Bewertungsbericht der Parpública folgen.
Es wird erwartet, dass der Gewinner der Privatisierung Mitte Oktober bekannt gegeben wird, nach der Einreichung des Staatshaushalts im Parlament bis zum 10. Oktober. Die Lufthansa hat den Vorteil, dass sie derselben Star Alliance wie die TAP angehört, was Synergien und eine höhere Wertschöpfung ermöglichen könnte. Falls Air France-KLM gewinnt, müsste die TAP zur SkyTeam migrieren, ein potenziell komplexer Prozess.
Für Air France-KLM spricht die Erfahrung mit staatlicher Beteiligung, da die französische und die niederländische Regierung Aktionäre des Konzerns sind. Diese Erfahrung könnte für das Management der TAP relevant sein, da eine Minderheitsbeteiligung verkauft wird und der Staat die Mehrheit behält.




