Der portugiesische Außenminister Rangel bezeichnete heute die Verherrlichung des Genozidtäters Ratko Mladic durch die serbischen Behörden als „äußerst besorgniserregend". Ratko Mladic war der serbisch-bosnische Militärkommandant, der für das Massaker von Srebrenica 1995 verantwortlich war, das als eines der schlimmsten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg gilt.
Rangel kommentierte auch die Absicht des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic, bei den für Oktober angesetzten vorgezogenen Parlamentswahlen anzutreten. Nach Ansicht des portugiesischen Ministers ist diese Kandidatur „kein positives Zeichen" für die politische Stabilität Serbiens.
Die Äußerungen Rangel erfolgen im Kontext wachsender Spannungen in der Balkanregion, wo die Verherrlichung von mit Völkermord assoziierten Persönlichkeiten Bedenken hinsichtlich des Weges weckt, den Serbien in Bezug auf die Versöhnung mit seiner Vergangenheit einschlägt.
Der portugiesische Regierungsvertreter brachte damit seine Besorgnis sowohl über die serbische Innenpolitik als auch darüber zum Ausdruck, wie die Behörden dieses Landes die während der Konflikte im ehemaligen Jugoslawien begangenen Kriegsverbrechen betrachten.



