Drei Distrikte konzentrieren 58,5 % aller Anbieterwechsel im Energiesektor in Portugal. Lissabon verzeichnet 30,97 % der Wechsel, Porto 18,24 % und Setúbal 9,30 %. Es folgen Aveiro, Braga und Leiria mit jeweils Werten zwischen 5 % und 7 %. Diese Verteilung steht im Kontrast zum Wohnungsbaudarlehensmarkt, wo die Konzentration an der Küste durch die höheren Immobilienpreise und die höheren Einkommen der Region erklärt wird.
Ein Anbieterwechsel in Portugal erfordert keine Kreditgenehmigung, hängt nicht vom Einkommen ab, ist kostenlos und unterbricht die Versorgung nicht. Theoretisch ist dies eine Entscheidung, die für jede Familie zugänglich sein sollte. Die Analyse von ComparaJá kommt zu dem Schluss, dass die geografische Konzentration nicht auf finanzielle Barrieren zurückzuführen ist, sondern auf die Informationsverfügbarkeit. Die Entscheidung, Tarife zu vergleichen, hängt davon ab, ob man weiß, dass die Preise zwischen Anbietern variieren, ob man das Recht auf einen Wechsel kennt und wo man den Vergleich durchführen kann — Bedingungen, die ungleichmäßig über das Land verteilt sind.
Die Kosten dieser Asymmetrie sind quantifizierbar. Für eine Familie mit zwei Kindern, einem Verbrauch von 400 Kilowattstunden pro Monat und einer Leistung von 6,9 kVA betrug der Unterschied zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif 25,45 Euro monatlich. Für eine große Familie mit 908 Kilowattstunden und 13,8 kVA erreichte die Differenz 58,53 Euro pro Monat. Diese Beträge hängen nicht von der Region ab, aber ihre Realisierung hängt davon ab, ob die Familie weiß, dass sie existieren.
Wenn Verbraucher wechseln, tun sie dies fast immer nur teilweise. Vierundsiebzig Prozent der Änderungen betrafen nur Strom, und fast 95 % wählten den Einfachtarif mit einem einheitlichen Preis über den Tag hinweg. Dieses Verhalten spiegelt Entscheidungen in der sichtbarsten Komponente der Rechnung wider, ohne Optimierungen, die erfordern, das eigene Verbrauchsprofil zu kennen. Die Schlussfolgerung ist, dass ein Distrikt mit geringer Vertretung bei den Wechseln kein Distrikt ist, in dem sich ein Wechsel nicht lohnt, sondern ein Distrikt, in dem die verfügbare Ersparnis weiterhin unausgeschöpft bleibt.




