Der Vatikan hat am 10. September 2026 durch das Dikasterium für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse einen internationalen Kongress über zeitgenössische religiöse Verfolgungen vorgestellt. Kardinal Marcello Semeraro, Präfekt dieses Dikasteriums, unterstrich während der Pressekonferenz die anthropologische und ökumenische Dimension des christlichen Martyriums.
Kardinal Semeraro verwies auf die Absicht, „einen Katalog aller jener zu erstellen, die ihr Blut vergossen haben, um Christus zu bekennen und das Evangelium zu bezeugen". Er betonte ferner, dass die Gnade der Heiligkeit in der Kirche sich nicht in den offiziellen Kanonisierungen erschöpft, und wies auf das „hohe Maß des gewöhnlichen christlichen Lebens" und die „Alltagsheiligkeit" hin.
Der Beitrag griff das Denken von Benedikt XVI. über Leid und Hingabe auf und erinnerte daran, dass „die Fähigkeit, aus Liebe zur Wahrheit zu leiden, ein Maß für die Menschlichkeit ist". Der Kardinal hob auch den „ökumenischen Wert" des Projekts hervor und erinnerte an die Lehre Johannes Pauls II. über die tiefe Gemeinschaft, die zwischen den Getauften durch die Hingabe des eigenen Lebens geschaffen wird.
Der Kongress „Das 21. Jahrhundert: Eine neue Zeit der Märtyrer?" ist für den 15. September im Augustinianum, einem Institut für Patristik in Rom, geplant. An der Pressekonferenz nahmen der Bischof Fabio Fabene, Präsident der Kommission für die Neuen Märtyrer, und Professor Andrea Riccardi, Vizepräsident, teil. Die neue Kommission beabsichtigt, zu den anerkannten Heiligen die zahlreichen „dokumentierten Zeugen" hinzuzufügen, die die einzigartige Stimme der Kirche bilden.




