Monate nach seiner Einführung im April hat die Anthropic nun endlich Zugang zum Mythos gewährt, ihrem auf Cybersicherheit spezialisierten KI-Modell, an die EU-Agentur für Cybersicherheit (ENISA), wie ein Sprecher der Europäischen Kommission gegenüber der Bloomberg bestätigte. Der Mythos wurde erstmals im April vorgestellt und gilt als so weit fortgeschritten bei der Identifizierung von IT-Schwachstellen, dass das Unternehmen den Zugang auf eine ausgewählte Gruppe von zuvor bewerteten Institutionen beschränkt hatte.
Etwa 40 Organisationen nehmen an der Initiative teil, die als Glasswing-Projekt bekannt ist, darunter Unternehmen wie Apple, Amazon Web Services (AWS), Google, Nvidia und Microsoft. Der Zugang zum KI-Modell wurde aufgrund seiner Fähigkeiten und des potenziellen impacts auf den unerwünschten Zugriff auf sensible Daten streng kontrolliert. Die Europäische Kommission begann Ende Mai mit der Anthropic über den Zugang zu verhandeln, nachdem Brüssel das Unternehmen unter Druck gesetzt hatte, doch die Gespräche führten zu monatelangen Auseinandersetzungen über Art und Umfang des Zugangs.
Der Zugang wurde möglicherweise auch durch die von der Trump-Administration auferlegten Beschränkungen für den ausländischen Zugang zu den Modellen Fable und Mythos beeinflusst, die inzwischen gelockert wurden. Obwohl das Unternehmen der EU zugesichert hat, dass sie das Modell testen darf – fünf Monate nach seiner Einführung – lehnte es die Anthropic ab, ihr neuestes Modell dem britischen AI Security Institute (AISI) vor der Einführung zum Testen zu unterbreiten.
Der Ausschluss löste Besorgnis innerhalb der britischen Regierung aus, angesichts der Befürchtung, dass US-Technologieunternehmen eine zunehmend restriktive Haltung gegenüber ausländischen Institutionen einnehmen könnten. Für Europa ist die Angelegenheit nicht mehr nur eine technologische Frage, da weniger Zugang zu den fortschrittlichsten Modellen auch weniger Fähigkeit bedeutet, diese zu bewerten und die mit ihrer Nutzung verbundenen Risiken vorherzusehen.




