Nach einem Jahrzehnt, das von immer leistungsstärkeren Handykameras, ausgefeilten Filtern und Bearbeitungswerkzeugen dominiert wurde, die die Suche nach dem perfekten Bild nahezu zur Regel machten, begann die Fotografie erneut mit dem zu flirten, was früher als Fehler galt. Direkter Blitz, Korn, verwackelte Aufnahmen, improvisierte Bildausschnitte und der Look alter digitaler Kompaktkameras tauchten wieder auf – auf Partys, bei Fotoshootings und in Inhalten in sozialen Netzwerken.
Die Ästhetik erinnert besonders an die 2000er Jahre, als Fotografieren oft bedeutete, die Kamera zu richten und den Moment festzuhalten, ohne sich große Sorgen um Licht, Komposition oder Retuschen zu machen. Der Unterschied zu jener Zeit ist, dass dieses ungezwungene Erscheinungsbild heute sorgfältig konstruiert werden kann. Was wie eine beiläufige Aufnahme aussieht, ist in vielen Fällen eine bewusste ästhetische Entscheidung.
Das Phänomen umfasst sowohl Fotos von Partys und Fotoshootings als auch Inhalte, die in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden. Der Trend stellt eine Abkehr von der Suche nach vollständiger Kontrolle über das Bild dar, die in den letzten Jahren vorherrschte, als Filter und komplexe Bildbearbeitungen immer üblicher wurden.
Der Fotograf Fábio Bahiense wird im Artikel als Quelle zitiert, um diese Rückkehr visueller Elemente zu kommentieren, die an die Zeit vor der Digitalisierung erinnern.




