Portugal verhandelt mit Marokko über eine unterseeische Energieverbindung, die als "Versicherung gegen Stromausfälle" dienen würde, so die Ministerin für Umwelt und Energie, Maria da Graça Carvalho. Derzeit ist Portugal für seine landgestützten Stromverbindungen ausschließlich auf Spanien angewiesen, was sich während des Stromausfalls vom 28. April 2025 als Risiko erwiesen hat. Die Lösung besteht aus einem unterseeischen Kabel, das Portugal ermöglichen würde, im Notfall auf Marokko zurückzugreifen, falls der Stromausfall in Spanien auftritt und keine Möglichkeit besteht, das Netz über Black-Start-Kraftwerke wiederherzustellen.
Das Projekt, das 2018 auf 800 Millionen Euro geschätzt wurde, wurde nach einem Treffen in Lissabon am 20. Juni zwischen Maria da Graça Carvalho und ihrer marokkanischen Amtskollegin wiederbelebt. Portugal beabsichtigt, sich um europäische Fördermittel für das Projekt zu bewerben, und wird eine Interessenbekundung veröffentlichen, um das Interesse privater Unternehmen zu ermitteln. Das Ziel ist die Risikoteilung beim Bau dieser "Stromautobahn", die den Export portugiesischen Stroms nach Marokko und den Import marokkanischen Stroms, insbesondere Solar- oder Windstrom, nach Portugal ermöglichen würde.
Die Initiative entsteht in einem Moment erhöhter Spannungen zwischen Spanien und Marokko nach der Invasion Ceutas durch 70.000 Migranten. Die spanische Presse, wie die Zeitung El Economista, bemerkte, dass Marokko seine ausschließliche elektrische Abhängigkeit von Spanien reduzieren und sich mit Europa verbinden möchte, wobei Portugal die alternative Lösung darstellt. Spanien verfügt bereits über zwei Stromverbindungen mit Marokko, befürchtet jedoch, dass eine dritte Verbindung mit Portugal die Preise im Nachbarland erhöhen könnte, obwohl es anerkennt, dass der Austausch günstigeren Stroms




