Das Gericht lehnte die von EDP eingereichte einstweilige Verfügung in dem Streit über die Meerwasserfassung im Zusammenhang mit dem ehemaligen thermoelektrischen Kraftwerk Sines ab, wodurch der Prozess der Integration der Infrastrukturen in die Konzession von Águas de Santo André fortgesetzt werden kann. Die Entscheidung wurde von der Umwelt- und Energieministerin Maria da Graça Carvalho während einer Anhörung im Umwelt- und Energieausschuss der Assemblee da República bekannt gegeben. Die Ministerin erklärte, dass die EDP eine einstweilige Verfügung eingereicht habe, die ihr besonders missfallen habe, dass das Verfahren jedoch vom Gericht abgelehnt worden sei.
Im Zentrum des Streits stehen die Wasserfassungs- und Rückgabestrukturen für Meerwasser, die vom ehemaligen Kohlekraftwerk Sines genutzt wurden, das im Januar 2021 stillgelegt wurde. Der rechtliche Rahmen dieser Infrastrukturen wurde durch das Dekret-Gesetz Nr. 52/2026 vom 16. Februar geändert, das ausdrücklich die Integration der Schutzmolen und der Wasserfassungs- und Rückgabestrukturen in das öffentliche Wasserrecht in die Konzession bestimmt.
Maria da Graça Carvalho vertrat die Auffassung, dass die Infrastruktur in öffentlicher Verwaltung bleiben sollte, und erklärte, dass sowohl die Wasserentnahme als auch die Rückgabe ins Meer öffentliches Eigentum sein müssen, wobei sie diese Position mit dem öffentlichen Charakter des Wassers und den Umweltauswirkungen seiner Nutzung begründete. Das Dekret-Gesetz begründet diese Entscheidung mit einem Szenario steigender Wassernachfrage für die industrielle Nutzung in der Industrie- und Logistikzone Sines sowie mit der Notwendigkeit, den Druck auf konventionelle Ressourcen zu verringern.
Die Ablehnung der einstweiligen Verfügung stellt eine günstige Entscheidung für die Fortführung des vom Staat definierten Modells dar, schließt jedoch den Rechtsstreit zwischen EDP und dem Staat nicht ab, da die Hauptklage weiterhin vor Gericht anhängig ist.




