Die Umwelt- und Energieministerin Maria da Graça Carvalho vertrat in einer Anhörung vor dem Umwelt- und Energieausschuss die Ansicht, dass die Festsetzung der Kraftstoffpreise nur als letztes Mittel eingesetzt werden sollte. Sie argumentierte, dass der Markt funktionieren müsse und der Staat durch Steuern und Unterstützung handeln sollte. Die Ministerin sprach sich gegen direkte Eingriffe in die Preise aus und setzte sich stattdessen für steuerliche Maßnahmen und gezielte Hilfen für die schutzbedürftigsten Verbraucher und Sektoren ein.
Als Begründung für diese Position verwies Maria da Graça Carvalho auf frühere Erfahrungen, insbesondere auf eine Entscheidung zur Begrenzung der Kraftstoffpreise während einer von António Guterres geführten Regierung. Der Ministerin zufolge erkannte der ehemalige Minister Joaquim Pina Moura später an, dass dieser Eingriff die schlechteste Maßnahme gewesen sei, die er in seinem Leben getroffen habe, da er der Ansicht war, dass ein Eingriff in den Markt immer schlechte Folgen hat.
Die Ministerin nannte auch den iberischen Mechanismus zur Begrenzung des Gaspreises, der während der Energiekrise eingeführt wurde, als Beispiel für die Risiken eines Eingriffs in das Funktionieren des Marktes. Der Ministerin zufolge hatte dieser Eingriff sehr schwerwiegende Folgen für Spanien und auch für Portugal, da er die Investitionen in Windenergie verringert habe.
Der Anstieg der Kraftstoffpreise erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen im Nahen Osten und der Auswirkungen des Krieges zwischen Russland und der Ukraine auf die Raffineriekapazität und die Energieversorgung. Die Ministerin warnte, dass die Zerstörung oder Verringerung der Kapazität verschiedener Raffinerien dazu führen kann, dass die Normalisierung des Marktes noch nach dem Ende der Konflikte auf sich warten lässt, da der Aufbau dieser Infrastrukturen Jahre dauert.




