Der Richter des Obersten Gerichtshofs, Flávio Dino, entschied, sowohl Andrei Rodrigues in sein Amt als Generaldirektor als auch Leandro Almada in sein Amt als Leiter der polizeilichen Nachrichtendienststelle wieder einzusetzen, was der vorherigen Entscheidung von Richter André Mendonça zuwiderlief, der die beiden Delegierten entlassen hatte. Dinos Entscheidung fiel im Kontext einer Kontroverse um die Legitimität der Partei Novo, die vorsorgliche Entlassung der Delegierten in einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren zu beantragen.
Flávio Dino argumentiert, dass es schwerwiegende verfahrenstechnische Probleme in der Entscheidung seines Kollegen André Mendonça gibt. Der hauptsächlich angefochtene Punkt ist die Tatsache, dass die Partei Novo nicht befugt wäre, die vorsorgliche Entlassung der Delegierten zu beantragen, da die Strafprozessordnung vorsieht, dass vorsorgliche Maßnahmen von Verfahrensbeteiligten, von der Polizeibehörde oder von der Staatsanwaltschaft beantragt werden, und politische Parteien nicht zu den legitimierten Verfahrensbeteiligten gehören.
Darüber hinaus vertritt Richter Dino die Auffassung, dass die Frage vom Plenum des Obersten Gerichtshofs und nicht durch eine einstweilige Verfügung eines einzelnen Richters entschieden werden sollte. Das Argument basiert auf der Tatsache, dass der Gerichtspräsident, Edson Fachin, bereits ein Verfahren eingeleitet hatte, damit das Plenum die Frage prüfen sollte, was eine individuelle Entscheidung zu diesem Thema unangemessen machte.




