Das Südkommando der Vereinigten Staaten hat am Dienstag ein weiteres ecuadorianisches Schiff im Pazifik versenkt, das sechste in weniger als zwei Wochen, weil es angeblich als Tankstelle für Drogenhandelsoperationen diente. Die US-Streitkräfte stoppten das Fischerboot „Don Rufo", nahmen die Besatzung gefangen und versenkten es, woraufhin sie die Personen den ecuadorianischen Behörden übergaben. Die Operationen laufen seit dem 28. August in Koordination mit der Regierung von Präsident Daniel Noboa, mit dem erklärten Ziel, die Operationen der Los Choneros zu stoppen, einer ecuadorianischen kriminellen Gruppe, die mit dem mexikanischen Sinaloa-Kartell in Verbindung steht.
Die Besatzungsmitglieder der versenkten Schiffe und ihre Familien bestreiten die angeblichen Verbindungen zu den Los Choneros, einer von den Vereinigten Staaten als terroristische Organisation eingestuften Gruppe. Ein Richter ließ 28 Besatzungsmitglieder von zwei Schiffen frei, weil er keine Straftatmerkmale fand, und am Dienstag wurden weitere 32 unter Auflagen freigelassen, nachdem sie der illegalen Vereinigung beschuldigt worden waren – eine Anklage, die die Anwälte wegen fehlender Beweise seitens der Staatsanwaltschaft zurückwiesen.
Die ecuadorianische Marine teilte mit, dass sie die Rückkehr von 22 Besatzungsmitgliedern des Schiffes „Montecristi", das am Montag aufgebracht wurde, in den Hafenort Manta koordiniert, und nur sechs vom „Don Rufo", da noch nach zehn weiteren gesucht wird, die sich offenbar vom Einsatzort entfernt haben. Der US-Außenminister Marco Rubio soll am Mittwoch in Quito eintreffen, um die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung transnationaler krimineller Organisationen zu erörtern.
Fischer und Familienangehörige beschuldigen darüber hinaus angebliche Angriffe auf drei weitere Schiffe in der Nähe der Galapagosinseln, darunter einen, bei dem im Januar acht Fischer verschwanden, die weder von den Vereinigten Staaten noch von Ecuador anerkannt wurden. Laut Washington Post waren diese drei Angriffe Teil einer geheimen CIA-Operation, unabhängig von der Kampagne gegen den Drogenhandel, die die USA seit September letzten Jahres führen, und Organisationen wie Amnesty International forderten, dass die angebliche Beteiligung der USA an diesem Fall untersucht wird.




