Papst Leo XIV. appellierte bei der öffentlichen Audienz vom 9. September 2026 an die Achtung der menschlichen Würde, kritisierte die Kommerzialisierung des Körpers und der zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Pontifex vertrat die Ansicht, dass die Reduzierung des Körpers auf ein Objekt, über das man willkürlich verfügen kann, stets eine Leugnung der Würde der Person darstellt, und betonte, dass der Mensch ein einheitliches Wesen ist, das aus Körper und Seele besteht, und dass dualistische Sichtweisen überwunden werden müssen.
Auf dem Petersplatz setzte der Papst den Zyklus von Reflexionen über die Konzilskonstitution „Gaudium et spes" des Zweiten Vatikanischen Konzils fort und warnte, dass der Weg zur Verteidigung der Rechte jeder Person noch mit „Widersprüchen, alten und neuen, die ihre vollständige Umsetzung verhindern", konfrontiert werden muss. Leo XIV. erinnerte unter Berufung auf seine jüngste Enzyklika „Magnifica Humanitas" daran, dass die Würde nicht von den Fähigkeiten, dem Reichtum, der Funktion, den richtigen oder falschen Entscheidungen jeder Person abhängt, sondern der individuellen Verantwortung anvertraut ist und Solidarität und gegenseitige Fürsorge erfordert.
Der Papst definierte, dass Menschsein bedeutet, sich als ein Geschenk zu erkennen, das es zu teilen gilt, und in Aufnahme, Gegenseitigkeit und Dienst zu wachsen, was in sich geschlossene Haltungen ausschließt. Während der wöchentlichen Katechese erläuterte er ferner das Zusammenspiel von Intelligenz, Gewissen und Freiheit und präzisierte, dass es im innersten Bereich ist, wo die Wahrheit erkannt und die Freiheit sie erfahren kann.
Am Ende des Treffens richtete Leo XIV. Grüße an die verschiedenen Gruppen im Vatikan, darunter Pilger portugiesischer Sprache, sowie an die geistlichen Assistenten der Stiftung „Hilfe für die leidende Kirche" und an die Mitglieder des Lenkungsausschusses der Interreligiösen Plattform für Dialog und Zusammenarbeit in der Arabischen Welt. Der Papst dankte für die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Zentrum König Abdullah bin Abdulaziz für den Interreligiösen und Interkulturellen Dialog und bat darum, dass die Bemühungen zur Förderung des friedlichen Zusammenlebens in der Arabischen Region reiche Früchte tragen mögen.



