Der Brent-Ölpreis stieg am Mittwochmorgen vorübergehend über 100 Dollar pro Barrel – erstmals seit dem 24. Juli –, inmitten einer Eskalation des Nahostkonflikts. Um 8:57 Uhr (Ortszeit Lissabon) notierte Brent bei 99,83 Dollar pro Barrel, ein Anstieg von 1,94%, während das nordamerikanische Rohöl West Texas Intermediate um 1,50% auf 94,42 Dollar pro Barrel stieg. Seit Augustbeginn legten die Brent-Kurse um rund 25% zu.
Der Krieg im Nahen Osten hat sich in den letzten Tagen intensiviert, wobei die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen aus dem Jemen Angriffe auf verschiedene saudische Städte starteten und damit einen weiteren US-Verbündeten in den bereits sechs Monate andauernden Konflikt hineinzogen. In einer deutlichen Eskalation griffen amerikanische Streitkräfte mehrere iranische Öltanker an, und der Iran nahm einen US-Stützpunkt in Jordanien sowie Kriegsschiffe ins Visier.
Die Houthi-Angriffe bedrohen die Rohöllieferungen über das Rote Meer, das als wesentliche alternative Route zum Straße von Hormus gedient hat, wo die Rohölförderung seit Kriegsbeginn stark eingeschränkt wurde. Saudi-Arabien hat bereits einige Exporte aus der Straße von Hormus umgeleitet, aber anhaltende Angriffe auf das Königreich könnten die Bemühungen um die Aufrechterhaltung der Rohöllieferungen für die globalen Märkte erschweren.
Analysten der OCBC-Bank erklärten, dass die iranischen Angriffe auf saudische Energieanlagen und die anschließende Zerstörung von fünf iranischen Öltankern Bedenken hinsichtlich einer neuen längeren Unterbrechung der Ölversorgung geweckt hätten. Priyanka Sachdeva, Direktorin für Marktanalyse bei Phillip Nova, erklärte, dass eine Aufwärtsdynamik an den Rohölmärkten an Stärke gewinne, während Brent sich der Marke von 100 Dollar pro Barrel nähere.




