Der Gouverneur der Banco de Portugal, Álvaro Santos Pereira, warnte vor der besorgniserregenden Verschlechterung der Ergebnisse des Programme for International Student Assessment (PISA) und betrachtete den Trend als Warnsignal für Regierungen und Verantwortliche für Bildungspolitik. In einem Beitrag auf dem sozialen Netzwerk LinkedIn betonte der ehemalige Chefökonom der OECD und ehemalige Minister für Wirtschaft und Beschäftigung, dass nach einem starken Einbruch der Schülerleistungen im Jahr 2022 nun ein erneuter signifikanter Rückgang der Punktzahlen in der Mehrheit der Länder zu verzeichnen ist.
Die Warnung fällt mit der Veröffentlichung der neuesten Ergebnisse der OECD-Bewertung zusammen, die eine Verschlechterung der Schülerleistungen zeigen, einschließlich der portugiesischen Schüler, insbesondere in den Bereichen Mathematik und Lesen. Nach Angaben von Álvaro Santos Pereira wurde der stärkste Rückgang in der Lesekompetenz verzeichnet, ein Trend, den er mit dem zunehmenden Einfluss der sogenannten „digitalen Ablenkungen" in Verbindung bringt und dabei Andreas Schleicher, Direktor des Bildungsbereichs der OECD, zitiert.
Der Verantwortliche betonte, dass das Problem nicht nur durch die Auswirkungen der Pandemie oder das jüngste Aufkommen künstlicher Intelligenz erklärt werden kann, da es sich um einen Trend handelt, der sich bereits seit mehreren Jahren manifestierte und beiden Phänomenen vorausging. Dennoch warnte er, dass die zunehmende Nutzung von KI-Tools das Problem verschärfen könnte, wenn keine angemessenen Maßnahmen ergriffen werden.
Angesichts dieses Szenarios richtete Álvaro Santos Pereira einen Appell an die politischen Entscheidungsträger, rechtzeitig einzugreifen, da die kommenden Jahre entscheidend sein werden, um diese Trends umzukehren. Die neuen PISA-Ergebnisse entfachen die Debatte über die Qualität der Bildungssysteme zu einer Zeit, in der mehrere Länder Schwierigkeiten haben, die vor der Pandemie verzeichneten Lernniveaus wieder zu erreichen.




