John Galliano, der angesehene Modedesigner, der vor 65 Jahren in Gibraltar geboren wurde, sah seine Karriere im Jahr 2011 zerstört, als kontroverse Äußerungen ans Licht kamen, in denen er seine Bewunderung für Adolf Hitler zum Ausdruck brachte. Die Worte, die seine brillante Laufbahn beendeten, wurden laut Berichten in einem Pariser Café gesprochen und lösten eine Welle der Empörung aus, die zu seiner Entlassung bei Maison Dior und seiner anschließenden jahrelangen Abkehr von der Modebranche führte.
Der Artikel zieht eine ironische Parallele zur aktuellen politischen Lage in Deutschland. Ulrich Siegmund, Kandidat der deutschen rechtsextremen Partei AfD, hat gerade die Wahlen im Bundesland Sachsen-Anhalt gewonnen. Siegmund ist jemand, dessen politische Positionen gefährlich nahe an den Ideen liegen, die Gallianos Karriere zerstörten, obwohl er keine öffentlichen Äußerungen gemacht hat, die denjenigen des Designers ähnlich sind.
Der Autor suggeriert, dass Galliano möglicherweise seiner Zeit voraus war, in einer Zeit, in der Ideen, die zuvor als inakzeptabel galten, in der europäischen Mainstream-Politik an Boden gewinnen. Der Kontrast zwischen dem beruflichen Ruin des Designers und dem politischen Erfolg von Siegmund offenbart eine offensichtliche Heuchelei oder Inkonsistenz in der Art und Weise, wie verschiedene Sektoren der Gesellschaft extremistische Reden behandeln.
Die zentrale Frage des Artikels ist, ob es Galliano gelungen ist, sich nach dem Skandal neu zu erfinden, der ihn cancelte, in einem Moment, in dem Persönlichkeiten mit ähnlichen politischen Ansichten durch demokratische Prozesse an die Macht gelangen. Der Text hinterfragt damit die Kriterien des Cancelns und die unterschiedlichen Konsequenzen, die dieselbe Art von Rede je nach Kontext und Sektor haben kann.




