Das vom Chega gegen die XXV. Verfassungsregierung eingebrachte Misstrauensvotum wurde am Dienstag vom Parlament abgelehnt, wobei sich die Sozialistische Partei, der Linksblock und die Portugiesische Kommunistische Partei der Stimme enthielten, während PSD, CDS-PP, Liberale Initiative, Livre und PAN dagegen stimmten. Es war dies das dritte Misstrauensvotum gegen von Luís Montenegro geführte PSD/CDS-PP-Exekutiven, das 37. in der Demokratie und das vierte Mal, dass der Chega auf dieses Instrument zurückgriff. Es war zudem das erste Mal, dass die Versammlung der Republik ein Misstrauensvotum außerhalb der eigentlichen Sitzungsperiode und in der ersten Gesetzgebungssitzung der XVII. Legislaturperiode diskutierte.
Die Debatte war geprägt von André Venturas Angriffen auf den Premierminister, auf den Innenminister Luís Neves und auf die PS, wobei er fragte, warum letztere nicht dessen Rücktritt gefordert habe. José Luís Carneiro antwortete, dass die PS keine Angst vor André Ventura habe und dass die Portugiesen keine politische Krise wollen. Der sozialistische Parteiführer begründete seine Enthaltung damit, dass die Partei das Misstrauensvotum nicht unterstützt, weil die Portugiesen eine Regierung wollen, die auf ihre Anliegen eingeht, und keine politische Krise.
Luís Montenegro verteidigte den Innenminister vehement und erklärte, Luís Neves leiste außergewöhnliche Arbeit, koordiniere vorbildlich und habe besondere Befähigung und Kompetenz gezeigt, insbesondere bei der Kontrolle der Luftgrenzen. Der Premierminister bekräftigte, dass alle Mitglieder der Regierung sein politisches Vertrauen verdienen.
In der Debatte kündigte Luís Montenegro zudem zwei Maßnahmen an: eine Steuererleichterung von 400 Millionen Euro mit einer Senkung der Einkommensteuer bis zur sechsten Stufe, die bereits bei der Quellensteuer im November spürbar sein wird, sowie eine außerordentliche Zulage für Rentner mit Renten bis zu 1.611 Euro, mit geschätzten Kosten von 400 Millionen Euro. Außenminister Paulo Rangel beendete die Debatte mit der Frage, ob der Chega auf der Seite der NATO, der EU und der Eurozone steht oder gegen Europa, für Putins Russland wie die AfD.




