Die Partei Chega schlug die Durchführung einer parlamentarischen Anhörung von Reem Alsalem, der Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für Gewalt gegen Frauen, im Rahmen der Diskussion des Gesetzentwurfs der Partei zur Geschlechtsänderung vor. Der Vorschlag erfolgt als Reaktion auf einen Aufruf des UN-Hochkommissars für Menschenrechte, der Portugal aufforderte, diesen und andere Gesetzesentwürfe zurückzuziehen, die er als einschränkend für die Rechte transsexueller Personen betrachtet.
Die Sonderberichterstatterin war kürzlich Ziel von Kritik seitens LGBTQ+-Organisationen und einiger Regierungen, die sie beschuldigen, im Rahmen ihrer Aufgaben transphobe Positionen zu vertreten. Alsalem war besonders aktiv in der Frage der Rechte von Frauen und Mädchen im Kontext der Debatten über Geschlechtsidentität, was internationale Kontroversen ausgelöst hat.
Die rechtspopulistische Partei Chega begründet die Anhörung als Gelegenheit, alle Perspektiven zu der Angelegenheit zu hören, bevor sie mit der Gesetzgebung fortfährt. Die Verfasser des Vorschlags argumentieren, dass es grundlegend ist, das Recht auf Anhörung im parlamentarischen Kontext zu gewährleisten.
Der UN-Hochkommissar äußerte Bedenken hinsichtlich mehrerer in Portugal diskutierter Gesetzesentwürfe und betrachtet diese als mögliche Gefährdung der internationalen Verpflichtungen des Landes in Bezug auf Menschenrechte. Die portugiesische Regierung hat offiziell noch nicht kommentiert, ob sie der Bitte der UNO nachkommen möchte oder nicht.



