Die Abgeordneten des Verteidigungsausschusses stimmten heute einstimmig für die Anhörung von Minister Nuno Melo im Parlament über den Erwerb von drei Fregatten aus Italien im Rahmen der europäischen SAFE-Kredite. Die Anhörung wurde von PSD und CDS-PP, den Koalitionsparteien der Regierung, sowie von Chega, einer rechtspopulistischen Oppositionspartei, vorgeschlagen.
Ebenfalls genehmigt wurde eine Einladung an das portugiesische Unternehmen NT Group, in dem Ausschuss Auskünfte zu erteilen, die von Chega vorgeschlagen wurde, bei Enthaltung von PS und Livre. Auslöser dieser Kontroverse war eine im August von der Online-Zeitung 24Horas veröffentlichte Meldung, wonach ein angeblicher letzter Moment Ausschluss des portugiesischen Unternehmens NTG, das als Vermittler des Geschäfts hätte auftreten sollen, dazu führte, dass dieses Unternehmen 90 Millionen Euro an Provisionen verlor.
Die Debatte war von einem heftigen Schlagabtausch zwischen PSD/CDS-PP und Chega geprägt. Die sozialdemokratischen Abgeordneten kritisierten Unterstellungen und Unwahrheiten in den sozialen Netzwerken, während Chega verteidigte, dass die Anhörung Transparenz und Kontrolle bezwecke. Minister Nuno Melo, der die Existenz von Vermittlern bestritt, kündigte an, rechtliche Schritte gegen die Zeitung, den Vorsitzenden von Chega und den Abgeordneten Pedro Frazão wegen ihrer Äußerungen zu dem Fall einzuleiten.
Portugal wird drei neuartige Fregatten italienischer Bauweise für eine Investition von rund 3,9 Milliarden Euro im Rahmen der europäischen SAFE-Kredite in Höhe von 5,8 Milliarden erwerben. Das Verteidigungsministerium wies die Grundlagen der Meldung zurück und argumentierte, dass das Verfahren zwischen dem portugiesischen und dem italienischen Staat abgewickelt werde, nicht mit Unternehmen, und dass kein portugiesisches Unternehmen am Beschaffungsverfahren beteiligt gewesen sei.




