Hugo Soares, der Fraktionsvorsitzende, äußerte am Dienstag während der Debatte über das Misstrauensvotum sein Erstaunen darüber, dass André Ventura den Vorfall der Invasion in sein Büro in der Assembleia da República nie erwähnt. „Was mich neugierig macht, ist, dass ich ihn nie über einen Einbruch in ein Verfassungsorgan, in sein Büro, sprechen höre", sagte Soares und betonte, dass der Chef von Chega niemals auf diesen Umstand eingeht. Der Fraktionsvorsitzende betrachtete das eingereichte Misstrauensvotum außerdem als beinahe ein Vertrauensvotum für die Regierung und richtete ein portugiesisches Sprichwort an André Ventura: „Wer misstraut, ist nie zu vertrauen".
Am Morgen des 28. Juli veröffentlichte André Ventura ein Video in den sozialen Netzwerken, in dem er behauptete, sein Büro in der Assembleia da República sei eingedrungen und durchsucht worden, wobei er darauf hinwies, dass das Büro nicht abgeschlossen gewesen sei. Anschließend gab der Chef von Chega an, dass Dokumente im Zusammenhang mit dem Premierminister und mit dem Untersuchungsausschuss zu den Mandaten von Luís Neves als Direktor der Polícia Judiciária verschwunden seien, dessen Einsetzung seine Partei vorgeschlagen hatte.
Nach der Intervention von Hugo Soares richtete Paulo Pinto eine Wortmeldung an das Präsidium, in der er sich auf die Aussagen von André Ventura bezog, dass sich Chega als Nebenkläger im Verfahren bezüglich des Vorfalls im Büro des Parteivorsitzenden konstituiert habe.
Der Generalstaatsanwalt Amadeu Guerra teilte am 3. September mit, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zur angeblichen Invasion und zum Diebstahl im Büro von André Ventura im Parlament dringend sind. Auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Lusitana nach der Amtseinführung der Präsidentin und der Richter des Berufungsgerichts Évora fügte der Generalstaatsanwalt lediglich hinzu, dass das Verfahren „dringend ist, mit Dringlichkeit bearbeitet wird".




