Die Cortaderia selloana, bekannt als Pampasgras, ist eine invasive Pflanze aus Südamerika, die sich bereits über weite Teile des portugiesischen Festlands ausgebreitet hat und in mindestens 208 Gemeinden identifiziert wurde. Eine Studie aus dem Jahr 2025 platzierte diese Art unter den zehn invasiven Pflanzen mit der größten Verbreitung im Land. Die Expertin Hélia Marchante, Professorin an der Escola Superior Agrária des Polytechnikums von Coimbra, warnt, dass das Problem nicht mehr als zukünftige Bedrohung behandelt werden sollte, da die Ausbreitung bereits stattfindet und deren Bekämpfung zunehmend schwieriger und teurer werden könnte.
Die Pflanze kann an Straßen, in Küstengebieten, an Flussufern, auf privaten Grundstücken, in Gärten und öffentlichen Flächen gefunden werden und ist leicht an ihren großen, hellen und voluminösen Rispen zu erkennen. Die Cortaderia selloana steht auf der Nationalen Liste invasiver Arten, und die seit 2019 geltende portugiesische Gesetzgebung verbietet deren Besitz, Anbau, Handel, Transport und Verwendung als Zierpflanze, obwohl sie weiterhin in Gärten und Töpfen zu sehen ist.
Neben den Umweltauswirkungen auf Ökosysteme warnen Experten auch vor gesundheitlichen Folgen. Der Pollen des Pampasgrases hat allergenes Potenzial und kann Atemprobleme bei empfindlicheren Menschen verschlimmern. Da diese Art später blüht als viele einheimische Pflanzen, kann sie die Pollenexposition im Herbst verlängern und eine Art zweite Allergiesaison schaffen.
Die Forscher fordern ein koordiniertes Vorgehen zwischen der Zentralregierung, Gemeinden, Gemeindeverbänden, Verantwortlichen für geschützte Gebiete und privaten Grundbesitzern. Das Institut für Naturschutz und Wälder hat nach eigenen Angaben einen Aktionsplan zur Bekämpfung der Art nahezu abgeschlossen, aber die Experten bedauern, dass dessen Umsetzung weiterhin verzögert wird. Die Bevölkerung kann beitragen, indem sie die Pflanze identifiziert, deren Verwendung vermeidet und neue Vorkommen meldet.




