Der Minister für Inneres, José Luís Carneiro, antwortete vier Stunden lang den Abgeordneten im Verfassungsausschuss, in einer Sitzung, die von politischen Spannungen geprägt war. Die Anhörung konzentrierte sich auf umstrittene Fragen, die den Minister betreffen und die zunehmend Opposition seitens der Partei Chega und anderer politischer Kräfte hervorrufen.
Der Minister räumte das Bestehen von "Informalitäten" bei der Ausübung seiner Aufgaben ein, anerkannte eventuelle Verfahrensfehler, weigerte sich jedoch kategorisch, sich in einem direkten Konflikt mit dem Chef der Chega, André Ventura, zu befinden. Diese Position steht im Gegensatz zu dem aggressiveren Ton, der frühere Interventionen geprägt hatte.
Das linke Parlamentslager, das ursprünglich Solidarität mit dem Minister gezeigt hatte, zog sich während der Ausschusssitzung aus seiner Verteidigung zurück. Diese Positionsänderung deutet auf ein wachsendes Unbehagen hinsichtlich der politischen Situation hin, die um den Minister geschaffen wurde.
José Luís Carneiro gab den Abgeordneten jedoch eine klare Zusicherung: Er wird seinen Posten nicht zur Verfügung stellen, und bekundete die Absicht, das Amt trotz des politischen Drucks, dem er ausgesetzt ist, weiter auszuüben.



