Der Europäische Green Deal legt als Ziele der EU eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um mindestens 55% bis 2030 und die Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 fest. Als Teil des Fit-for-55-Pakets wurde die RED-III-Richtlinie verabschiedet, die das verbindliche Ziel für erneuerbare Energie am Bruttoendenergieverbrauch der EU bis 2030 auf 42,5% angehoben hat. Die Umsetzung dieser Richtlinie hätte bis zum 21. Mai 2025 abgeschlossen sein müssen, jedoch wurde nur ihre teilweise Umsetzung durch das Dekretgesetz Nr. 99/2024 veröffentlicht.
Im September 2025 legte die Regierung einen Vorschlag für ein Umsetzungsdekret vor, das vorsieht, dass im Jahr 2030 der Anteil der Energie aus erneuerbaren Quellen am Bruttoendenergieverbrauch mindestens 49% betragen muss. Im Verkehrssektor sieht der Vorschlag einen Anteil von 29% erneuerbarer Energie bis 2030 vor, mit einem kombinierten Mindestanteil von 7,5% an fortschrittlichen Biokraftstoffen. Parallel dazu schreibt die ReFuelEU-Aviation-Verordnung Mindestprozentsätze für nachhaltige Flugkraftstoffe vor, mit einem Ziel von 6% bis 2030 und 70% bis 2050.
Erneuerbare Kraftstoffe stehen bei ihrer Herstellung vor komplexen Herausforderungen. Jeder Kraftstoff, der fossile Brennstoffe ersetzt, benötigt Kohlenstoff und Wasserstoff. Bei Biokraftstoffen stammt der Kohlenstoff aus organischer Materie, wo er mit Wasserstoff und Sauerstoff verbunden ist, der während des Umwandlungsprozesses entfernt werden muss. Bei synthetischen Kraftstoffen ist es erforderlich, Wasserstoff durch Elektrolyse zu produzieren und ihn mit einer Kohlenstoffquelle wie CO2 zu kombinieren, wobei ebenfalls Sauerstoff entfernt werden muss, um die Kraftstoffmoleküle zu bilden.
Die Verfügbarkeit nachhaltiger Rohstoffe und die Produktionsskala stellen zusätzliche Herausforderungen dar. Die europäische Regulierung bevorzugt Rohstoffe, die nicht direkt mit der Lebensmittelproduktion konkurrieren, und legt spezifische Kriterien für den Ursprung des CO2 und die Produktion von erneuerbarem Wasserstoff fest. Es wird notwendig sein, Lieferketten zu entwickeln, ausreichende industrielle Kapazitäten aufzubauen




