Die Volkswagen AG erwägt die Veräußerung des italienischen Motorradherstellers Ducati im Rahmen einer umfassenden Überprüfung ihres großen Portfolios. In einem Interview mit Bloomberg erklärte der Vorstandsvorsitzende von Audi, Gernot Döllner, dass die italienische Marke zu den 600 der 2.000 Unternehmen des deutschen Konzerns gehört, die derzeit analysiert werden. Ducati mit Sitz in Bologna, bekannt für seine „Supermotorräder" wie die Panigale, könnte laut dem Analysten Michael Dean von Bloomberg Intelligence etwa 1,25 Milliarden Euro wert sein.
Volkswagen versucht, sein Unternehmensportfolio zu reduzieren, um Europas größten Automobilhersteller wettbewerbsfähiger zu machen. Letzte Woche hat der Aufsichtsrat ein Umstrukturierungspaket genehmigt, das eine Reduzierung des Portfolios um etwa ein Drittel vorsieht. Im Juni hatte der Konzern bereits zugestimmt, 51 Prozent seiner Marine-Motoreneinheit Everllence zu verkaufen, was voraussichtlich Erlöse von etwa 7,4 Milliarden Euro generieren wird.
Ducati wurde 2012 von Audi übernommen. Der Konzern hatte bereits 2017 einen Verkauf der Marke erwogen, das Vorhaben jedoch aufgrund des Widerstands der deutschen Gewerkschaftsvertreter aufgegeben. Seitdem hat Ducati seine Position in der Welt des Motorradrennsports weiter gestärkt und seit 2020 sechs aufeinanderfolgende Konstrukteursmeistertitel im MotoGP gewonnen, was ihm eine Art Ferrari-Aura in der Motorradwelt verliehen hat.
Die Marke verfügt über treue Anhänger, die sogenannten „Ducatisti", und verkauft jährlich rund 50.000 Einheiten. Allein im Jahr 2025 erzielte sie Umsatzerlöse von 925 Millionen Euro und einen Betriebsgewinn von 52 Millionen Euro. Döllner erklärte, dass „noch nichts entschieden" sei bezüglich der Zukunft von Ducati, und betonte, dass die Diskussion Teil eines disziplinierten und verantwortungsvollen Bewertungsprozesses des Konzernportfolios ist.




