Das 5. Treffen zum Immateriellen Kulturerbe des Archipels von Madeira fand am 5. September im Auditorium der Casa do Povo von Camacha statt und stand unter dem Thema „Das Weidengeflecht im Dialog: Zwischen Bewahrung und Gegenwart". Die Veranstaltung vereinte Forscher, institutionelle Verantwortliche, Künstler und Personen, die mit dieser handwerklichen Tätigkeit verbunden sind, um über die Erhaltung, Aufwertung und Weitergabe dieser traditionellen Kunst an neue Generationen nachzudenken.
Marisa Santos vom Instituto do Vinho, do Bordado e do Artesanato da Madeira sprach über die Aufwertung des Weidensektors in der Region, während Liliana Gomes von der Studiengruppe zur Werkstatt für Weidengeflecht der Casa do Povo von Camacha die durchgeführte Studien- und Dokumentationsarbeit zu diesem Kulturerbe vorstellte. Das Programm umfasste außerdem den Vortrag „Lost in Translation" des bildenden Künstlers Hélder Folgado sowie die Konferenz „Entrançados – Die Kunst des pflanzlichen Fadens zwischen Erde und Händen" der Forscherin Teresa Perdigão von der Universidade Nova de Lisboa.
Das Weidengeflecht ist historisch mit Camacha verbunden, wo es ab dem 19. Jahrhundert besondere Bedeutung erlangte und Jahrzehnte lang einen relevanten Anteil an der lokalen Wirtschaft innehatte. Derzeit stellen die sinkende Anzahl von Handwerkern und die abnehmende Produktion von Weide Herausforderungen für die Fortführung dieses traditionellen Wissens dar.
Die Initiative umfasste auch einen Moment der öffentlichen Beteiligung und am Nachmittag einen Besuch in der Tenda, der Werkstatt des Handwerkers José Pedro Gouveia, wo Materialien, Werkzeuge und Techniken, die bei der Herstellung der Stücke verwendet werden, beobachtet werden konnten. Das Treffen wurde vom Regionalsekretariat für Tourismus, Umwelt und Kultur durch die Regionaldirektion für Kultur gefördert, mit der Unterstützung der Gemeindeverwaltung von Camacha und der Casa do Povo von Camacha.




