Der Minister am Obersten Gerichtshof (STF) Flávio Dino verteidigte die Führung seines Kollegen Alexandre de Moraes in der sogenannten Fake-News-Ermittlung, die seit mehr als sieben Jahren unter seiner Berichterstattung läuft. In den sozialen Netzwerken stellte Dino die Gültigkeit eines Mitglieds des Gerichtshofs in Frage, das das Ende einer Untersuchung „verspricht", ohne direkt den Präsidenten des STF, Edson Fachin, zu erwähnen, der sich Tage zuvor für die Beendigung der Ermittlung ausgesprochen hatte. Dinos Verteidigung erfolgt mitten in einem öffentlichen Riss im Gericht, an dem auch Minister André Mendonça beteiligt ist.
Juristen, die von GLOBO befragt wurden, weisen darauf hin, dass es schwierig ist, konkrete zeitliche Grenzen für strafrechtliche Ermittlungen festzulegen, warnen jedoch, dass die unbegrenzte Verlängerung von Ermittlungen Raum für Zielfokusabweichungen und Willkür öffnen kann. Dies ist genau das Argument, das von der Opposition und von Mitgliedern des STF selbst verwendet wird, die der Ansicht sind, dass es einen Machtmissbrauch in der von Moraes seit 2019 geführten Ermittlung gibt.
Die Bundesverfassung selbst legt allgemein und ohne Festlegung einer Frist fest, dass Investigierte das Recht auf eine angemessene Verfahrensdauer haben. Dieses Konzept hängt jedoch von einer fallbezogenen Auslegung ab, was Rechtsunsicherheit erzeugt. Das Fehlen eines definierten zeitlichen Rahmens ermöglicht es, dass sich Ermittlungen unbegrenzt hinziehen und oft im Laufe der Zeit ihren Gegenstand ändern.
Die Fake-News-Ermittlung wird als Beispiel für diese Situation angeführt, da sie im Laufe der Jahre verschiedene Ziele und einen sich ändernden Umfang angesammelt hat. Die zentrale Frage, die debattiert wird, ist, inwieweit die Fortsetzung einer Ermittlung ohne festgelegte Frist grundlegende Garantien der Investigierten beeinträchtigen und Risiken von Amtsmissbrauch erzeugen kann.




