Lange Zeit stimmten Männer und Frauen in Brasilien relativ ähnlich ab. Diese Realität begann sich mit der Wahl zu verändern, die Jair Bolsonaro 2018 ins Präsidentenamt brachte, als Männer und Frauen begannen, bei der Stimmabgabe unterschiedliche politische Positionen einzunehmen.
In der Politikwissenschaft wird diese Transformation als Modern Gender Gap (moderne Geschlechterdiskrepanz) bezeichnet. Der sogenannte Traditional Gender Gap, wonach Frauen politisch weniger engagiert und konservativer waren als Männer, begann diesem neuen Muster differenzierten Wahlverhaltens nach Geschlecht zu weichen.
Forschungen in den USA und Europa in den letzten Jahrzehnten zeigen, dass Frauen politisch partizipativer geworden sind, relativ stärker Gleichstellungsagenden befürworten und weniger geneigt sind, populistische Rechtsradikale zu unterstützen.
Die zentrale Frage, die die kürzlich im Buch "Wome..." veröffentlichte Forschung leitete, war genau zu untersuchen, wie sich der Modern Gender Gap im brasilianischen Kontext herausbildet und manifestiert, und die spezifischen Faktoren zu verstehen, die zur Divergenz der Wahlmuster zwischen Männern und Frauen im Land geführt haben.




