Der Kandidat der deutschen extremen Rechten, Ulrich Siegmund, führte Wahlkampf auf einem hellblauen Simson-Moped aus der ehemaligen DDR und aktivierte damit ein Phänomen, das als „Nostalgie ohne Erinnerung" beschrieben wird. Dieses Symbol des Ostdeutschlands wurde genutzt, um das Gefühl eines Teils der Bevölkerung zu kapitalisieren, die das Gefühl hat, dass die deutsche Wiedervereinigung gescheitert ist.
Der Artikel argumentiert, dass die AfD nicht hauptsächlich wegen der Einwanderung gewachsen ist, sondern wegen des Traumas einer schlecht gemanagten Wiedervereinigung und der Deindustrialisierung, die 2,5 Millionen Arbeitsplätze vernichtete. In einem Territorium, das in Trauer ist, und in einem kapitalistischen System, das den jüngeren Generationen keinen Wohlstand mehr versprechen kann, haben viele Menschen aufgehört, an die Zukunft zu glauben.
Die deutsche Linke, politische und symbolische Erbin der DDR, die Siegmund aus „der Garage" geholt hat, hat die Fähigkeit verloren, mit diesem Wählerumfeld zu kommunizieren. Der Artikel deutet darauf hin, dass die traditionelle politische Grammatik der Linken nicht mehr in der Lage ist, auf die Bedürfnisse und Ängste dieser Gemeinschaften zu reagieren.
Das Simson-Moped, ein konkretes Objekt aus dem ehemaligen Ostdeutschland, wurde so zu einem starken Symbol einer vergessenen regionalen Identität, das nur erkannt und von der radikalen Rechten angeeignet werden musste, um ein unzufriedenes Wählerumfeld zu mobilisieren.



