Lange Zeit nahm die Augenpartie eine nahezu feste Position in der Make-up-Routine ein: Sie sollte abgedeckt werden. Concealer, Puder und Lichttechniken halfen dabei, Augenringe zu einem der wichtigsten Merkmale zu machen, die versteckt werden sollten. Im Jahr 2026 beginnt sich diese Logik jedoch zu verändern. Das sogenannte Sleepy Girl Make-up stellt genau diesen Bereich in den Mittelpunkt der Gestaltung, mit sanften Schatten, rötlichen Tönen und einem weniger präzisen Finish, das bewusst einige Stunden Schlafmangel suggeriert.
Die Bewegung hat auf den Laufstegen und in den sozialen Netzwerken an Bedeutung gewonnen und geht einher mit einer umfassenderen Transformation in der Beauty-Welt, die die Idee eines vollständig einheitlichen Gesichts hinter sich lässt. Der Trend ist auch in den Vorbereitungen auf das Rock in Rio 2026 präsent, wo farbige Eyeliner, silberne Töne und verwischte Augenpartien ebenfalls als Optionen für die Konzerte in Betracht gezogen werden.
Für den brasilianischen Make-up-Artist, Fotografen und kreativen Direktor Carlos Moura, der in London lebt, geht es bei der Idee nicht einfach darum, den Concealer gegen aufgemalte Augenringe einzutauschen, sondern darum, die Art und Weise zu überdenken, wie Make-up sich zur Natürlichkeit und zum persönlichen Ausdruck verhält.




