Eine 71-jährige Frau aus Ermesinde wurde vor Wochen um Dutzende Tausend Euro bestohlen. Der Diebstahl soll von einer etwa 50-jährigen Frau begangen worden sein, die ebenfalls in Ermesinde wohnt und eine enge Beziehung zu der älteren Frau aufbaute, wodurch sie Zugang zu deren Wohnung erhielt. Der Safe enthielt Goldmünzen im Wert von über 50.000 Euro, Bargeld und einen Schlüssel. Der Wert der Stücke war für die Familie vor allem emotionaler Natur, da sie dem Vater, den Großeltern und Urgroßeltern der älteren Frau gehört hatten.
Der Familie zufolge lernten sich die beiden Frauen in einem Bus kennen, wo die Verdächtige sich als jemand aus dem Krankenhausumfeld vorstellte, der an freien Tagen ältere Menschen pflegt. Nachdem sie Kontaktdaten austauschten, begann die Frau darauf zu bestehen, sich zu treffen. Bei einem ersten Treffen im Haus der älteren Frau bot sie an, bei Hausarbeiten zu helfen, und entwickelte von da an eine Vertrauensbeziehung, rief häufig an, umarmte sie und zeigte große Zuneigung. Beim ersten Treffen kam bereits die erste Bitte um geliehenes Geld, die von der älteren Frau angenommen wurde.
Der Verdacht wurde geweckt, als beim dritten und letzten Treffen eine zweite Geldforderung kam. Die ältere Frau lehnte ab und erzählte ihren Töchtern, die dann das Verschwinden des Geldes und des Safes feststellten. Der Fall wurde den Behörden gemeldet und liegt nun in der Verantwortung der Staatsanwaltschaft. Bei den Ermittlungen wurden einige Goldmünzen in Goldankaufstellen gefunden, die mit der Identifikation der Verdächtigen verkauft worden waren. Eine Hausdurchsuchung wurde durchgeführt und ein Mobiltelefon beschlagnahmt.
Die Familie startete einen öffentlichen Aufruf an alle, die möglicherweise diese Gegenstände erworben haben, und bietet an, den gezahlten Betrag zurückzuerstatten. Die ältere Frau, die bereits unter chronischer Depression und Angstzuständen litt, sah nach dem Diebstahl eine Verschlechterung ihres Zustands. Die Familie warnt vor der Vulnerabilität älterer Menschen gegenüber Vertrauensbeziehungen und empfiehlt, Wertsachen zu fotografieren und alle Dokumentationen aufzubewahren, die ihre Existenz belegen können.




