Minister Gilmar Mendes legte einen Vorschlag zur Änderung der Geschäftsordnung des Obersten Gerichtshofs (STF) vor, mit dem Ziel, die Ernennung oder Beauftragung von Militärangehörigen der Streitkräfte und von Bediensteten der im Artikel 144 der Verfassung vorgesehenen Polizeilaufbahnen für kommissarische Positionen oder kommissarische Funktionen in den Kabinetten der Minister zu verbieten.
Gemäß dem Vorschlag wäre es Bundespolizisten, Bundesstraßenpolizisten, Landespolizisten und Militärpolizisten der Bundesstaaten, einschließlich Feuerwehrleuten und Strafvollzugsbeamten, untersagt, beim Gerichtshof zu arbeiten. Die einzige vorgesehene Ausnahme betrifft Sicherheitsaufgaben, sofern diese vom Kabinettschef dem Sekretariat des Gerichtshofs mitgeteilt werden. In diesen Fällen dürften die Bediensteten jedoch nicht an der Aufklärung von Ermittlungen oder Verfahren noch an juristischen Beratungstätigkeiten teilnehmen.
Derzeit beraten zwei Delegierte der Bundespolizei Minister André Mendonça, der für sensible Verfahren beim Gerichtshof zuständig ist, wie die Ermittlungen im Fall Master und Betrugsfälle bei der Sozialversicherung (INSS). Auch Minister Alexandre de Moraes verfügt über zwei weitere Delegierte in seinem Kabinett.
Die Maßnahme entsteht inmitten der Krise rund um die Bolsonaro-Lager der Bolsonaro-Anhänger vor den Hauptquartieren der Streitkräfte, die gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen 2022 protestieren.




