Der russische Außenminister Sergej Lawrow warf am Sonntag, dem 6. September, Deutschland vor, einen „echten Krieg" gegen Russland begonnen zu haben, als Reaktion auf die Haltung Berlins gegenüber dem angeblichen Engagement Moskaus beim Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig. In der Nacht vom 4. August wurde eine mit Sprengstoff beladene Drohne im Frachtbetriebsbereich des Flughafens entdeckt, in der Nähe mehrerer ukrainischer Frachtflugzeuge, und ein zweites Gerät soll ein Flugzeug der Fluggesellschaft DHL getroffen haben. Zehn Tage später fanden Ermittler eine dritte Drohne in einem Feld in Kabelsketal im Bundesland Sachsen-Anhalt, in der Nähe des westlichen Bereichs des Flughafens.
Der Flughafen Leipzig ist ein wichtiges europäisches Frachttransportzentrum und wird als Transitpunkt für den Transport militärischer Hilfe für die Ukraine genutzt. Die deutsche Regierung machte Russland für den „hybriden Angriff" verantwortlich und kündigte eine Reihe von Vergeltungsmaßnahmen an, darunter die Schließung des russischen Konsulats in Bonn ab dem 18. September und die Kündigung des Vertrags, der den Betrieb des Kulturzentrums Russisches Haus in Berlin ermöglicht.
Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte, Deutschland habe keine Beweise gegen Moskau, und brachte die Anschuldigungen Berlins mit der schwierigen innenpolitischen Lage der europäischen Nation in Verbindung. Lawrow kritisierte in einem Interview im russischen Fernsehen, dass niemand den Vorfall ordnungsgemäß untersucht habe, und war der Ansicht, dass die deutschen Anschuldigungen im Wesentlichen den Beginn eines echten Krieges darstellen.




