Ein Ring von etwa 2000 Jahren, der häufig mit dem römischen Statthalter Pontius Pilatus in Verbindung gebracht wird – dem Mann, der Jesus laut der Evangelien verurteilte – gehörte möglicherweise gar nicht dem römischen Statthalter selbst. Eine Historikerin vertritt nun die Ansicht, dass das Objekt von einem Untergebenen oder Sklaven verwendet wurde, um Güter und Dokumente für Pilatus zu siegeln.
Eine kürzlich in der Palestine Exploration Quarterly veröffentlichte Studie der Historikerin Catherine Bonesho stellt die traditionelle Verbindung des Rings mit Pontius Pilatus in Frage. Die Untersuchung deutet darauf hin, dass ein einfacher Buchstabe – ein „o" – die diesem antiken Objekt zugeschriebene Geschichte umschreiben könnte.
Gemäß der im Studie präsentierten Theorie würde die Inschrift auf dem Ring nicht unbedingt Pilatus' Eigentum anzeigen, sondern das Eigentum einer Person, die für ihn arbeitete und das Objekt verwendete, um Korrespondenz und Waren zu authentifizieren, die an den römischen Statthalter gerichtet waren.
Diese Entdeckung verkompliziert die jahrelang vertretene Erzählung, die den Ring mit einer der markantesten Figuren der christlichen Bibel in Verbindung brachte, und bewertet die historische und archäologische Bedeutung dieses fast zweitausend Jahre alten Artefakts neu.




