Zwanzig Jahre nach der Verabschiedung des Übereinkommens über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen vertritt Mário Vieira de Carvalho die Ansicht, dass die grundlegenden Werte, die in diesem internationalen Rechtsinstrument verteidigt wurden, sowohl aus dem Diskurs als auch aus dem Handeln der Einrichtungen verschwunden zu sein scheinen, die sie einst unterstützt haben.
Der Artikel, der als Meinungsbeitrag des Autors präsentiert wird, hinterfragt das tatsächliche Engagement der europäischen Institutionen für die Prinzipien, zu deren Verankerung sie selbst im Rahmen des von der UNESCO verabschiedeten Übereinkommens beigetragen haben.
Vieira de Carvalho warnt vor einem offensichtlichen Widerspruch zwischen dem, was anfänglich verteidigt wurde, und der heutigen Realität der europäischen Kulturpolitik.
Der Autor schlägt vor, dass Europa Prozesse der Wahrheit und Versöhnung benötigt, und deutet darauf hin, dass eine Kluft zwischen den in der Vergangenheit eingegangenen Verpflichtungen und der gegenwärtigen politischen Praxis im Kulturbereich besteht.




