Die von der CNN Portugal analysierten Urteile zeigen, dass weibliche Vergewaltigungsopfer in portugiesischen Gerichten häufig zu ihrer Reaktion auf die sexuelle Gewalt, zu ihren Handlungen vor und nach der Tat sowie zu ihrem Privatleben befragt werden. Diese Fragen deuten auf eine übermäßige Überprüfung des Verhaltens der Opfer während der Gerichtsverfahren hin.
Anwältinnen und Forscherinnen warnen vor der Persistenz von Vorurteilen im portugiesischen Justizsystem. Diesen Expertinnen zufolge können diese Vorurteile das Gerichtsverfahren zu einem neuen Moment der Gewalt für die Frauen machen, die Anzeige erstattet haben, anstatt sie zu schützen und ihnen Gerechtigkeit zu verschaffen.
Die Analyse der Urteile zeigt, dass sich die Gerichte manchmal nicht auf die Tatsachen bezüglich der begangenen Tat konzentrieren, sondern auf das Verhalten der Opfer, was zur Retraumatisierung der Frauen während des Gerichtsverfahrens beitragen kann.




