José Maria de Barros, Elektriker, der in den 80er Jahren zum Team für die Installation des elektrischen Bühnennetzes des Festivals von Vilar de Mouros gehörte, ist heute Präsident der Gemeindeverwaltung. In der alten Werkstatt der Familie Fontes, wo Bands wie U2 und The Stranglers auftraten, erinnert sich José Maria daran, alle Gruppen von Anfang bis Ende gesehen zu haben. Der Raum bewahrt noch Maschinen und Riemensysteme, die Werkzeuge über einen einzigen Motor antrieben, ein Erbe, das José Maria zufolge nicht verschwinden sollte, und das er als „die Schule fast aller Schmiede der Region" bezeichnet.
Eine Fotoausstellung von Miguel Estima, 48 Jahre alt, Nachbar des Geländes und gebürtiger Einwohner des Dorfes, zeigte Bilder verschiedener Ausgaben des Festivals im selben Raum der alten Werkstatt. Estima begann mit etwa zweitausend Fotos und wählte rund 60 aus, mit dem Ziel, nicht nur die Musiker einzufangen, sondern vor allem die Menschen und die Atmosphäre. „Das Dorf verwandelte sich völlig", beschreibt der Fotograf.
Estima erlebte das Festival zum ersten Mal 1996, im Alter von 18 Jahren, und bewahrt als eine der stärksten Erinnerungen das Konzert der Young Gods. Die U2 traten 1982 auf, als er erst vier Jahre alt war, und das Konzert wurde Teil seines Lebens auf indirekte Weise. José Maria de Barros hingegen begann seine Beziehung zum Festival 1971, bei der ersten Ausgabe, und wechselte später vom Publikum hinter die Kulissen. Zu seinen eindrucksvollsten Erinnerungen gehört Joe Cocker, den er als das denkwürdigste Konzert aller Zeiten betrachtet, neben Zeca Afonso und der PIDE.




