Die Umweltministerin Maria da Graça Carvalho lehnte die Möglichkeit ab, neue Mülldeponien in Portugal zu bauen, während der Eröffnungssitzung des Festivals Castro Mineiro in Castro Verde im Distrikt Beja. Die Regierungsvertreterin erklärte, dass die neue Strategie „Terra+", die vom Ministerrat genehmigt wurde, darauf abzielt, den Prozentsatz der auf Deponien abgelagerten Abfälle zu verringern.
Die Strategie „Terra+" legt als nationales Ziel fest, bis 2035 nur noch 10% der Abfälle auf Deponien abzulagern. Das Dokument umfasst Maßnahmen zur Prävention, Verhaltensänderung, Mülltrennung und verschiedene Behandlungsalternativen und sieht eine Gesamtinvestition von 2,3 Milliarden Euro vor, davon 1,6 Milliarden öffentliche Investitionen zwischen 2026 und 2030. Die Ministerin betonte, dass die Strategie darauf abzielt, die Abfallprobleme in Portugal durch Reduzierung der Produktion, Wiederverwendung, Recycling und Biomethanproduktion zu lösen.
Als Beispiel für eine Region mit komplexerer Situation verwies Maria da Graça Carvalho auf den Algarve, der zwei fast volle Mülldeponien hat und eine Abfallproduktion, die doppelt so hoch wie der nationale Durchschnitt ist. In diesem Zusammenhang wird die Möglichkeit geprüft, eine Verbrennungsanlage in der Region zu bauen, wobei die neuen Verbrennungsanlagen viel sauberer sind als in der Vergangenheit.
Die Portugiesische Agentur für Umwelt wird am 15. Oktober eine Studie starten, um die beste Technologie und den Standort für den Algarve zu bewerten. Die Ministerin betonte jedoch, dass die energetische Abfallverwertung eine teure Lösung ist, die nur als letztes Mittel eingesetzt werden sollte.




