Bernardo Caldas, Experte für künstliche Intelligenz, lobte die Veröffentlichung der Enzyklika 'Magnifica Humanitas' von Leo XIV. und vertrat die Ansicht, dass der Papst den Katastrophismus ablehnt und das Prüfen der Algorithmen fordert, um die Menschheit zu schützen. In einem Interview mit der Agentur ECCLESIA warnte Caldas davor, dass die Interaktion mit KI zu einer vollständigen Delegierung des Denkens und des kritischen Geistes führen kann, selbst wenn dies nicht die Absicht des Nutzers ist.
Der Experte hob das tiefe technische Wissen hervor, das der Pontifex in seiner ersten Enzyklika demonstrierte, indem er anerkannte, dass KI „mehr kultiviert als erschaffen" wird. Dieses strukturelle Merkmal der Plattformen verhindert, dass sie strikt programmiert werden können, was die Schwierigkeiten erklärt, mit denen Ingenieure bei der Korrektur von Fehlern und der Eindämmung von Desinformation konfrontiert sind. Caldas lehnte eine reaktive Haltung gegenüber dem Fortschritt ab und betonte, dass die katholische Sicht die wissenschaftliche Arbeit als eine Form der „Zusammenarbeit" mit der Schöpfung betrachtet.
Zu den identifizierten Gefahren zählte der Experte die „Simulation von Empathie" als eine der schwerwiegendsten Bedrohungen und verwies auf Studien, bei denen Nutzer virtuelle Ärzte als aufmerksamer bewerteten als menschliche Fachkräfte. Er warnte auch vor der „Diktatur der Mehrheit", die in der Trainingsbasis der Systeme verborgen ist und statistisch dominierende Sichtweisen oder verborgene moralische Kriterien der Programmierer reproduziert. Die Übertragung der intimen Unterscheidungsfähigkeit in die digitale Umwelt betrifft sogar die religiöse Dimension, mit wachsenden Berichten über Gläubige, die die geistliche Begleitung durch die Beratung von Algorithmen ersetzen.
Caldas sah voraus, dass die Entwicklung von KI Störungen in den Wirtschaftsmodellen und den Verlust von Arbeitsplätzen verursachen wird, setzte sich jedoch für die Aufwertung von Bereichen wie informellen Pflegekräften ein, die weiterhin notwendig sein werden, um sich um Menschen zu kümmern. Der Experte rief zur Förderung der technologischen Alphabetisierung in den Pfarreien auf und vertrat die Ansicht, dass es nicht möglich ist, ein bewusster Christ zu sein, ohne die digitale Realität zu verstehen, in der man sich bewegt. Das Interview wurde im Programm ECCLESIA ausgestrahlt und schloss einen Zyklus von fünf Gesprächen über die erste Enzyklika von Leo XIV. ab.




