Der portugiesische National Health Service steht nach Angaben der Ärztekammer vor einem Defizit von über 600 Anästhesisten. Die Berufsorganisation gibt an, dass es sich um einen strukturellen Mangel an Fachärzten im öffentlichen Gesundheitssektor handelt und nicht um ein punktuelles oder vorübergehendes Problem.
Die Ärztekammer appelliert an die Regierung, Anreize zu schaffen, die es ermöglichen, diese Fachärzte im SNS anzuziehen und zu binden. Der Mangel an Anästhesisten wirkt sich direkt auf die chirurgische Kapazität der öffentlichen Krankenhäuser aus und gefährdet die Qualität der den Patienten gebotenen Versorgung.
Diese Warnung erfolgt nach Rücktritten im Krankenhaus D. Estefânia, einer Einheit, die Schwierigkeiten hatte, ihre Anästhesieteams aufrechtzuerhalten. Der Weggang von Fachkräften aus diesem Krankenhaus ist bezeichnend für ein breiteres Problem, das das gesamte öffentliche Gesundheitssystem Portugals betrifft.
Die Situation spiegelt einen breiteren Trend der Abwanderung von Fachärzten in den privaten Sektor oder ins Ausland wider, motiviert durch bessere Vergütungs- und Arbeitsbedingungen. Ohne konkrete Maßnahmen zur Umkehrung dieses Szenarios könnte der SNS seine chirurgische Reaktionsfähigkeit im gesamten Land weiter verschlechtern.




