Der Meinungsartikel „Ist Gott zerbrechlich?" von José Luís Nunes Martins, veröffentlicht im Portal der Agentur Ecclesia, untersucht das Konzept der Zerbrechlichkeit als Teil der menschlichen und göttlichen Natur. Der Autor fragt sich, ob Emotionen ein Defekt oder eine Qualität sind und ob wir stärker wären, wenn wir ohne uns von dem berühren zu lassen, was um uns herum geschieht, leben würden.
Dem Text zufolge gehört die Zerbrechlichkeit zur menschlichen Natur, aber es ist die Freiheit jedes Menschen, die bestimmt, ob man angesichts der Widrigkeiten des Alltags beschließt, zugrunde zu gehen oder sich zu retten. Wenn man den Versuchungen des Leichten, des Unmittelbaren oder des Bequemen nachgibt, wird Zerbrechlichkeit mit Schwäche verwechselt, weil man die Verantwortung für das gewählte Übel nicht übernimmt. Doch wenn man stark ist, wird Zerbrechlichkeit zur Grundlage der Güte.
Der Autor argumentiert, dass die Zerbrechlichkeit auch zur göttlichen Natur gehört: Gott ist stark, weil er zerbrechlich ist. Angesichts der Stürze und Unglücke der Menschheit leidet Gott so, wie ein Vater leidet, wenn seine Kinder fallen oder ihm den Rücken zukehren. Die Liebe wird als die größte Kraft des Menschen dargestellt, wobei die Zerbrechlichkeit eines ihrer reinsten Zeichen ist. Die Sensibilität angesichts des Leidens offenbart den Weg zum Himmel durch die Liebe zu den Nächsten.




