Die Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die durch das Auftreten von zwei oder mehr unprovozierten epileptischen Anfällen im Abstand von mehr als 24 Stunden gekennzeichnet ist. In Portugal wird geschätzt, dass etwa 10 von 1000 Einwohnern betroffen sind. Sie kann in jedem Alter auftreten, ist jedoch im ersten Lebensjahr und ab dem 60.–65. Lebensjahr häufiger. Die Ursachen sind sehr vielfältig und umfassen erworbene Hirnläsionen, Entwicklungsstörungen des Gehirns, genetische, metabolische oder autoimmune Ursachen. In bis zur Hälfte der Fälle bleibt die Ursache unbekannt.
Die Diagnose ist grundsätzlich klinisch, wobei ein Elektroenzephalogramm und eine Magnetresonanztomographie des Gehirns zur Einschätzung des Wiederholungsrisikos herangezogen werden. Die Erstlinientherapie ist medikamentös, wodurch etwa zwei Drittel der Patienten anfallsfrei werden. Bei den übrigen Patienten werden in ausgewählten Fällen andere therapeutische Optionen wie eine Epilepsiechirurgie in Betracht gezogen.
Bei einem tonisch-klonischen Anfall ist es am wichtigsten, ruhig zu bleiben und die Person zu schützen, indem man Gegenstände entfernt, die Verletzungen verursachen könnten, ohne zu versuchen, die Bewegungen einzuschränken oder etwas in den Mund zu legen. Man sollte einen Notarzt rufen, wenn der Anfall länger als 5 Minuten dauert oder wenn die Anfälle sich wiederholen, ohne dass dazwischen das Bewusstsein wiedererlangt wird.
Der Artikel weist darauf hin, dass mit angemessener Behandlung die Mehrheit der Menschen mit Epilepsie ein normales Leben führen kann. In Portugal haben etwa 44 % der Epilepsiepatienten keine regelmäßige ärztliche Nachsorge, wobei diese Betreuung eine Neubewertung der Diagnose und eine Optimierung der Therapie ermöglicht. Der Artikel stammt von Dr. Pedro Beleza, Neurologen am Hospital da Luz in Póvoa de Varzim, an der Hospital da Luz Klinik in Amarante und an der Hospital da Luz Klinik in Cerveira.




