Die Europaabgeordneten sind bereit, die als „Atomoption" bekannte Maßnahme gemäß Artikel 7 zu beenden, die gegen Ungarn wegen angeblicher Verstöße gegen die Werte der Europäischen Union verhängt wurde. Diese Maßnahme ermöglicht die Aussetzung des Stimmrechts eines Mitgliedstaats und stellt die schwerste im EU-Vertrag vorgesehene Sanktion dar.
Die Entscheidung fällt in einen Kontext politischen Wandels in Ungarn, wo Viktor Orbán das Land jahrelang unter ständiger Kritik europäischer Institutionen regierte. Orbbans Regierung war Gegenstand zahlreicher Vertragsverletzungsverfahren sowie wiederkehrender Bedenken hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit, der Pressefreiheit und der Rechte von Minderheiten.
Eine europäische Mission wird Ungarn im Oktober besuchen, um die Fortschritte der neuen Regierung von Péter Magyar zu bewerten. Dieser Besuch wird entscheidend für die Begründung der Empfehlung sein, die dem Europäischen Parlament vorgelegt wird.
Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Artikel-7-Verfahrens gegen Ungarn wird für Anfang 2027 erwartet, wenn die Europaabgeordneten über die Fortführung oder Aufhebung dieser seit mehreren Jahren über dem Land schwebenden Maßnahme abstimmen werden.




