Die portugiesische Regierung wird Verhandlungen mit den beiden Kandidaten aufnehmen, die bindende Angebote für den Kauf von 44,9% der TAP vorgelegt haben, der Air France-KLM und der Lufthansa. Die Ankündigung erfolgte durch den Minister für den Premierminister, Leitão Amaro, am 4. September. Der Minister teilte mit, dass die Angebote global sehr nah beieinander liegen, was den Verhandlungsaufwand mit beiden Konkurrenten rechtfertigt, um verbesserte Angebote zu erhalten.
Der Privatisierungsprozess sieht den Verkauf von bis zu 49,9% des TAP-Kapitals vor, von denen 5% für die Arbeitnehmer reserviert sind. Die beiden Unternehmen reichten ihre bindenden Angebote am 29. Juli ein. Bei den Bewertungen werden nicht nur der Preis berücksichtigt, sondern auch Faktoren wie Routen, Industrieprojekt, Flottenentwicklung, Fokus auf Wartung und nachhaltige Treibstoffe sowie die Einhaltung von Arbeitsvereinbarungen.
Die Air France-KLM, deren größter Aktionär der französische Staat mit 27,98% des Kapitals ist, beabsichtigt, die Operationen in Lissabon zu stärken und die Konnektivität in anderen portugiesischen Städten, einschließlich Porto, zu entwickeln. Die Lufthansa hingegen befürwortet das Wachstum der TAP auf dem brasilianischen Markt, die Expansion des Hubs in Lissabon und die Stärkung des Betriebs in Porto und gibt zu, eine Minderheitsbeteiligung erwerben zu wollen, beabsichtigt jedoch, Einfluss auf die Geschäftsführung zu sichern.
Die TAP wies im ersten Halbjahr einen Verlust von 99,2 Millionen Euro auf, der durch die Treibstoffpreise gerechtfertigt wurde, obwohl sie historisch hohe Umsätze verzeichnete. Der Zeitraum für die endgültigen Verhandlungen mit den beiden Konkurrenten wird einige Wochen betragen, nach denen die Regierung einen einzigen Kandidaten für die allerletzten Verhandlungen auswählen wird. Die Entscheidung wird auch die Genehmigung durch den Ministerrat und die Genehmigung durch die europäischen Wettbewerbsbehörden erfordern.




