Der israelische Minister Itamar Ben-Gvir, Führer der rechtsextremen Partei Jüdische Macht (Otzma Yehudit), hat am Donnerstag einen Vorschlag zur Vertreibung von 1,86 Millionen Palästinensern aus dem Gazastreifen vorgelegt. Die Initiative, die den Namen „Abkopplung 710" trägt, erfolgt in einem Moment erhöhter politischer und militärischer Spannungen in der Region.
Ben-Gvir, der auch Minister für Nationale Sicherheit Israels ist, beabsichtigt, dass diese Maßnahme zu einer der Hauptdurchsetzungsanforderungen seiner Partei wird, um einer zukünftigen Regierung nach den israelischen Wahlen beizutreten, die für den 27. Oktober angesetzt sind.
Der Vorschlag zielt auf die Umsiedlung der palästinensischen Bevölkerung aus dem Gazastreifen ab, was eine Operation von beispiellosem Ausmaß darstellen würde. Der Plan erzeugt starke Kontroversen sowohl auf internationaler Ebene als auch innerhalb des israelischen politischen Spektrums.
Dies ist nicht das erste Mal, dass ein Plan dieser Art auftaucht. Israel hatte bereits 2005 eine einseitige „Abkopplung" durchgeführt, als es sich aus dem Gazastreifen zurückzog und israelische Siedler und Militärpersonal aus dem Gebiet evakuierte. Der neue Vorschlag geht jedoch erheblich weiter, indem er den massenhaften Auszug der lokalen Bevölkerung vorsieht.



