Portugal läuft die Fläche aus, um seine Abfälle unterzubringen. Der Ministerrat hat an diesem Freitag die TERRA-Strategie – Effiziente Transformation von Abfällen in Umweltressourcen – genehmigt, die eine Investition von 2,3 Milliarden Euro bis 2030 erfordert. Der Minister für Präsidentschaft, António Leitão Amaro, warnte, dass „es sich wirklich um ein sehr ernstes Problem handelt", und betrachtete diesen Plan als „eines der größten Investitionsprogramme dieses Jahrzehnts". Die Strategie war erstmals im März 2025 von der Regierung vorgestellt worden, als Emídio Sousa Umweltstaatssekretär war.
Den vorgestellten Daten zufolge laufen 13 der 32 Deponien des Landes aus, und mehr als die Hälfte des in Portugal produzierten Mülls endet auf Deponien. Dieses Szenario steht im Gegensatz zum nationalen und europäischen Ziel, bis 2035 nur 10% der Abfälle auf Deponien abzulagern. Emídio Sousa hatte angegeben, dass die Investitionen 2,1 Milliarden Euro erreichen würden, finanziert durch 700 Millionen Euro aus EU-Mitteln, aber Leitão Amaro sprach nun von 1,6 Milliarden Euro öffentlicher Investitionen.
Von 2022 auf 2023 stieg die kommunale Abfallproduktion im Land um 0,28% auf 5,338 Millionen Tonnen, was etwa 500 Kilogramm pro Einwohner entspricht. Von diesen Abfällen werden 59% auf Deponien abgelagert, 14% werden recycelt, 12% werden zur Energieverwertung und 8% zur organischen Verwertung genutzt.
Die Strategie umfasst drei Aktionslinien: Vermeidung der Abfallerzeugung, Erweiterung der Deponiekapazität durch Optimierung (und nicht durch Erweiterung) sowie institutionelle Maßnahmen. Die Ministerin für Umwelt und Energie, Maria da Graça Carvalho, erklärte, dass die Erweiterung von Deponiezellen „die einfachste Lösung zu sein scheint, aber es nicht ist", und stößt auf Widerstand der Bevölkerung. Der Plan umfasst auch die Förderung der gemeinsamen Nutzung von Infrastrukturen, die Stärkung der Sortierkapazität, die organische Verwertung und die Energieverwertung.




