Die Air France-KLM bestätigte am Freitag, dass sie weiterhin an der TAP interessiert ist und an der zusätzlichen Runde des Privatisierungsprozesses teilnehmen wird. Die franco-niederländische Fluggesellschaft erklärte, dass „die kontinuierliche Beteiligung des Konzerns in dieser Phase sein unverändertes Interesse an der TAP widerspiegelt" und man der nächsten Phase des Prozesses mit Spannung entgegensieht. Das vorgelegte Angebot umfasst einen strategischen Plan für alle Geschäftsbereiche, einschließlich Passagiertransport, Fracht, Vielfliegerprogramme sowie Wartung, Instandhaltung und Überholung (MRO), mit der Unterstützung von Delta Air Lines, dem Joint-Venture-Partner des Konzerns.
Die portugiesische Regierung kündigte an, dass sie nach Analyse des Berichts von Parpública Verbesserungen der Angebote für die an der TAP Interessierten fordern wird. Der Minister für Präsidentschaft, António Leitão Amaro, erklärte, dass die Angebote der beiden konkurrierenden Gruppen eine Gesamtbewertung aufweisen, die „so eng beieinander liegt", dass ein zusätzlicher Verhandlungszeitraum von einigen Wochen mit beiden Parteien gerechtfertigt ist. Diese Modalität, bekannt als „best and final offer" (BAFO), ist in den Privatisierungsregeln vorgesehen und ermöglicht es den Konkurrenten, verbesserte endgültige Versionen ihrer Angebote vorzulegen.
Branchenschätzungen zufolge liegt der Gesamtwert der TAP zwischen 1,6 Milliarden und zwei Milliarden Euro, was den 45-prozentigen Privatisierungsanteil auf etwa 800 Millionen bis eine Milliarde Euro beziffert. Miguel Madeira vom IPPS-ISCTE vertrat die Ansicht, dass beide Angebote sehr ähnliche Werte aufweisen müssen, wobei die Unterschiede eher auf der Inhaltsebene des Angebots liegen dürften, insbesondere bei den im Pflichtenheft definierten Variablen wie dem Industriplan, den geschaffenen Arbeitsplätzen und der Wertschöpfung im Land.
Seit 2019 haben Air France und KLM ihre Kapazität in Portugal um 44 Prozent erhöht, und für den Sommer 2026 kündigten sie eine zusätzliche Kapazitätserhöhung von 11 Prozent an, mit bis zu 346 wöchentlichen Frequenzen auf 29 Routen, die Portugal mit Frankreich, den Niederlanden und Belgien verbinden. Die von der Regierung für die Privatisierung festgelegten Kriterien umfassen den sofortigen Geldeingang, die Qualität des langfristigen industriellen und strategischen Plans, das Flottenwachstum, die Entwicklung des neuen Flughafens von Lissabon, Investitionen in den Flugbetrieb in Porto und den übrigen Flughäfen, nachhaltige Treibstoffe sowie Wartung und Technik.




