Die portugiesische Regierung kündigte diese Woche an, dass sie die Verbesserung der Angebote von zwei interessierten Gruppen für die Privatisierung von 45% der TAP fordern wird. Die Entscheidung ergab sich nach der Analyse des Berichts der Parpública, der die eingereichten bindenden Angebote bewertete. Der Minister für Präsidialangelegenheiten, António Leitão Amaro, erklärte, dass zwar üblicherweise direkt zur finalen Verhandlung mit einem ausgewählten Bieter übergegangen würde, die Angebote der beiden Gruppen jedoch so nah beieinanderliegende Gesamtbewertungen aufweisen, dass eine zusätzliche Verhandlungsphase mit beiden Parteien gerechtfertigt ist.
Der als „Best and Final Offer" (BAFO) bekannte Prozess wird es den beiden Gruppen ermöglichen, ihre Angebote über mehrere Wochen hinweg zu verbessern. Nach Erhalt der verbesserten Versionen wird die Regierung einen einzigen Bieter für die abschließende Verhandlung auswählen. Diese Modalität war bereits in den Privatisierungsregeln vorgesehen und wird von Branchenexperten als bester Weg angesehen, um das öffentliche Interesse zu sichern.
Die Bewertungen liegen bei einem Gesamtwert der TAP zwischen 1,6 und zwei Milliarden Euro, was bedeutet, dass der zu privatisierende Anteil von 45% etwa 800 Millionen bis eine Milliarde Euro beträgt. Die Air France-KLM und die Lufthansa sind die interessierten Gruppen, die zuvor eine „Due Diligence" der Bücher der portugiesischen Fluggesellschaft durchgeführt haben.
Zu den vom Kabinett für die Privatisierung definierten Kriterien gehören der unmittelbare Geldeingang, die Qualität des industriellen und langfristigen strategischen Plans, das Flottenwachstum, der Plan für den neuen Flughafen von Lissabon, Investitionen in den Betrieb in Porto und den übrigen Flughäfen, nachhaltige Treibstoffe sowie Wartung und Ingenieurwesen. Die Regierung von Luís Montenegro ließ auch die Möglichkeit einer zweiten Privatisierungsphase offen, die einem eigenständigen Verfahren unterliegen würde. Miguel Madeira, Forscher am IPPS-ISCTE, hielt es für wahrscheinlich, dass beide Angebote sehr ähnliche Werte aufweisen werden, wies jedoch darauf hin, dass die Regierung beschließen könnte, nicht zu verkaufen, wenn kein Angebot als annehmbar erachtet wird – wie es 2013 der Fall war.




