Der französische Philosoph Gilles Lipovetsky hat in diesem Jahr in Frankreich das Buch „L'Odyssée de la surpuissance" veröffentlicht, in dem er die Transformationen der zeitgenössischen Gesellschaft untersucht. In dem Werk argumentiert Lipovetsky, dass die Menschheit in eine neue Ära eingetreten ist, die er mit einem Urknall vergleicht, einem tiefgreifenden tektonischen Umbruch in der sozialen und individuellen Organisation.
Seiner Meinung nach leben wir in der sogenannten „Zivilisation der Supermacht", einer Periode, die durch eine beispiellose technologische und wissenschaftliche Macht gekennzeichnet ist. In dieser Ära betont Lipovetsky, dass nicht einmal der Tod eine Grenze mehr darstellt, und verweist dabei auf die wachsenden Fähigkeiten zur Manipulation und Intervention im menschlichen Leben.
Der zentrale von Lipovetsky präsentierte Paradoxon besagt, dass paradoxerweise, je mehr Macht die Menschheit erlangt, sowohl die Individuen als auch die Gesellschaften umso verwundbarer, zerbrechlicher und unsicherer werden. Dieser scheinbare Widerspruch zwischen der Zunahme der Macht und dem Wachstum der Unsicherheit ist eines der zentralen Themen seiner philosophischen Analyse.




